11. Tag – Kampf um die besten Plätze

Mich fasziniert es jedes Mal aufs Neue: Sind die Kleinen satt, lassen sie Bonnys Zitzen los und krabbeln in die Ecken oder schlafen einfach dort weiter, wo sie gerade liegen, halb auf einem anderen Welpen oder unter Bonnys Füßen. Wenn Bonny dann alle satt bekommen hat, verlässt sie die Wurfkiste, um sich an einem kühleren Ort oder bei uns aufzuhalten. Erscheint sie dann erst wieder nach längerer Erholungszeit, erwachen die Kleinen schlagartig zu neuem Leben, fangen an zu quieken und fiepen und robben zielsicher zur Mutter, die inzwischen schon treffsicherer ihre Pfoten zwischen den Kleinen plaziert.

Bonny legt sich dann auf ein kleines freies Plätzchen und beginnt sogleich die Bäuchlein der Jungen abzulecken, um die Verdauung anzuregen und die Exkremente aufzuschlecken. Legt sie sich halb auf einen Welpen, protestiert dieser gleich lautstark mit einem fast hysterischen Aufschrei, was die Mama dann bewegt, etwas zur Seite zu rutschen.

Trotzdem passiert es immer wieder, und dies sind meist auch die gleichen Jungen, die die Eröffnung der Milchbar verschlafen. Es sind die Kleineren und Leichteren: Wenn ich dies mitbekomme, wecke ich sie und lege sie an die besser gefüllten Zitzen im unteren Bereich des Bauches. Obwohl Bonny 10 Zitzen hat (und das ist von Hündin zu Hündin verschieden) sollte man meinen, es würde für alle reichen. Trotzdem ist das Zitzensuchen jedesmal ein ungeheurer Kampf um die besten Plätze und die Kräftigsten scheuen sich auch nicht, von vorne kommend, unter allen hindurchzukrabbeln, dabei den einen oder anderen von den Zitzen zu lösen und sich bis an die vollste Drüse vorzuarbeiten. Da kann ich mir lebhaft vorstellen, wie das in der freien Natur ist, wenn niemand die Schwächeren zum Zuge kommen lässt und der Wurf noch größer ist. Diese werden dann einfach mit der Zeit zu schwach zum Überleben!